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Catch-all-E-Mails: was sie sind und wie du sicher an sie versendest

Ein Fünftel bis die Hälfte aller B2B-Adressen lässt sich mit normaler Verifikation nicht bestätigen. Warum das so ist und was du dagegen tun kannst.

ListPlus Team6 Min. Lesezeit

Du prüfst eine Liste mit einem E-Mail-Verifier, und ein großer Teil kommt weder als gültig noch als ungültig zurück, sondern als „catch-all“, „accept-all“ oder „riskant“. Genau aus diesem Teil kommen die meisten überraschenden Bounces.

Was eine Catch-all-Adresse ist

Eine Catch-all-Domain nimmt Mails an jede beliebige Adresse an, egal ob das Postfach existiert. Manche Firmen richten das bewusst ein, damit keine Mail an einen falsch geschriebenen Namen verloren geht. Bei anderen entsteht dasselbe Verhalten, weil ihre Sicherheitslösung erst alles annimmt und später entscheidet, was zugestellt wird.

Ein Verifier fragt normalerweise den empfangenden Mailserver, ob ein Postfach existiert, ohne eine Mail zu senden. Bei einer Catch-all-Domain sagt der Server zu jeder Adresse ja. Der Verifier weiß dann nur, dass die Domain echt ist und Mails annimmt, aber nicht, ob max.mustermann@ wirklich bei Max ankommt.

Wie häufig und wie riskant

Veröffentlichte Zahlen von Verifikationsanbietern und Outbound-Agenturen liegen 2026 zwischen etwa 20 Prozent aller B2B-Adressen und 30 bis 50 Prozent der ansonsten gültigen B2B-Kontakte, bei Konzernen eher am oberen Ende. Ungeprüfte Catch-alls bouncen laut Agenturangaben zu etwa 5 bis 12 Prozent.

Das reicht, um eine Kampagne zu kippen. Die meisten Empfehlungen zielen auf eine Bounce-Rate unter 2 Prozent, Instantly pausiert Kampagnen standardmäßig ab 5 Prozent. Ein Rechenbeispiel: Sind 30 Prozent der Liste Catch-alls und bouncen davon 8 Prozent, kommen allein dadurch 2,4 Prozentpunkte auf die gesamte Bounce-Rate. Der Rest kann perfekt verifiziert sein, die Kampagne liegt trotzdem über der Grenze.

Vier Wege, Catch-alls zu behandeln

  1. Getrennt versenden: verifizierte Adressen über die Haupt-Domains, Catch-alls über eigene Domains oder Postfächer.
  2. Nur mit gutem Grund zulassen: aus vertrauenswürdiger Quelle, mit plausibler Person und Rolle, nicht als reines Namensmuster ohne weitere Belege.
  3. Spezialprüfung nutzen: Einige Dienste versuchen, Catch-alls mit Versandhistorie oder anderen Signalen aufzulösen. Ihre Genauigkeitsangaben stammen von den Anbietern selbst, also erst an einer Stichprobe eigener Daten testen.
  4. Zwei Verifier kombinieren: Das verringert die Zahl der unklaren Ergebnisse, macht aus einem echten Catch-all aber kein bestätigtes Postfach.

Was du nicht tun solltest: Catch-alls wie gültige Adressen in die Hauptkampagne nehmen oder alle Catch-alls pauschal löschen. Das Erste gefährdet deine Domain, das Zweite kostet dich womöglich ein Drittel deiner besten Accounts.

Wie ListPlus damit umgeht

ListPlus prüft jede E-Mail-Spalte automatisch und kostenlos auf Formatfehler, Funktionsadressen wie info@, Wegwerf-Domains, Tippfehler und Testdomains. Die kostenpflichtige Zustellbarkeitsprüfung kostet 0,1 Credit pro Adresse und fragt den Mailserver direkt. Catch-all ist dabei ein eigenes Ergebnis, getrennt von „gültig“, und wird nicht berechnet. Behandle es als unbestätigt: danach filtern und diese Kontakte als eigenes Segment versenden.